Außentemperaturfühler bei der Wärmepumpe prüfen – wenn Messwert und tatsächliche Temperatur nicht zusammenpassen

Haben Sie schon einmal auf das Display Ihrer Wärmepumpe geschaut und sich gefragt, warum dort draußen angeblich 34 Grad herrschen, obwohl das Thermometer an der Terrasse nur 27 Grad zeigt? Solche Abweichungen wirken zunächst harmlos. Bei einer Wärmepumpe können sie aber darüber entscheiden, ob die Regelung normal weiterarbeitet oder einen Betriebszustand als unzulässig einstuft. Gerade bei Anlagen von Novelan schaue ich deshalb bei temperaturabhängigen Meldungen nicht nur auf den angezeigten Fehlercode, sondern ziemlich früh auf den Außentemperaturfühler.

Das Interessante daran: Ein abweichender Messwert bedeutet nicht automatisch, dass der Fühler defekt ist. Viel häufiger liegt das Problem an seinem Standort oder an Bedingungen, die sich seit der Montage verändert haben. Eine Hauswand wird neu gestrichen, ein Vordach angebaut, eine Markise montiert oder ein Strauch wächst über mehrere Jahre bis direkt vor den Sensor. Plötzlich misst der Fühler nicht mehr die tatsächliche Außenluft, sondern sein eigenes kleines Mikroklima.

Warum ein paar Grad Unterschied plötzlich relevant werden können

Die Regelung einer Wärmepumpe arbeitet nicht mit dem Wetterbericht vom Smartphone, sondern mit dem Wert ihres eigenen Sensors. Genau dieser Wert ist für die Anlage die Realität. Wird der Fühler beispielsweise durch direkte Sonneneinstrahlung aufgeheizt, können aus tatsächlichen 28 °C schnell deutlich über 30 °C werden. An einer dunklen Fassade ist der Effekt meist stärker als an einer hellen Wand.

Besonders auffällig wird das am Nachmittag. Morgens stimmen Wetterstation, Außenthermometer und Wärmepumpe noch halbwegs überein, einige Stunden später läuft der angezeigte Wert davon. Das ist ein ziemlich guter Hinweis darauf, dass nicht unbedingt die Elektronik spinnt, sondern die Umgebung des Sensors eine Rolle spielt.

Bei einer Novelan-Anlage ist dieser Zusammenhang auch deshalb interessant, weil die Meldung 718 mit einer Überschreitung der zulässigen maximalen Außentemperatur zusammenhängt. Die Steuerung kann dabei einen automatischen Reset durchführen, sobald die Bedingungen wieder passen. Wer zunächst verstehen möchte, was hinter dem konkreten Fehler 718 bei einer Novelan Wärmepumpe steckt, sollte diesen Zusammenhang im Hinterkopf behalten. Danach lässt sich wesentlich gezielter prüfen, warum die Regelung überhaupt eine ungewöhnlich hohe Außentemperatur erkennt.

Ich würde zuerst den angezeigten Wert beobachten

Bevor irgendetwas abgeschraubt wird, lohnt sich eine einfache Kontrolle. Ich vergleiche die Anzeige der Wärmepumpe zu verschiedenen Tageszeiten mit einem normalen Außenthermometer, das im Schatten hängt. Eine einzelne Differenz von zwei Grad würde mich noch nicht nervös machen. Interessanter wird es, wenn die Abweichung regelmäßig deutlich größer wird oder sich abhängig von der Sonneneinstrahlung verändert.

  • Temperatur morgens und am Nachmittag vergleichen
  • prüfen, ob direkte Sonne auf den Sensor fällt
  • auf warme Abluft oder andere Wärmequellen in der Nähe achten
  • kontrollieren, ob der Fühler verdeckt oder stark verschmutzt ist
  • beobachten, ob der angezeigte Wert plötzlich springt

Gerade der letzte Punkt ist hilfreich. Ein Sensor, der langsam von 24 auf 29 Grad steigt, verhält sich anders als einer, dessen Anzeige innerhalb kurzer Zeit zwischen 22, 31 und 25 °C springt. Solche Sprünge lassen eher an Fühler, Leitung oder Kontaktproblem denken.

Nicht jeden Sensorfehler selbst reparieren

Den sichtbaren Bereich des Außentemperaturfühlers kann man problemlos kontrollieren. Bei elektrischen Leitungen und Anschlüssen wäre ich zurückhaltender. Ein beschädigtes Kabel, Feuchtigkeit an einer Verbindung oder ein fehlerhafter Widerstandswert lässt sich vernünftig nur mit den passenden Messwerten und technischen Unterlagen beurteilen.

Auch Einstellungen der maximal zulässigen Außentemperatur würde ich nicht auf Verdacht verändern, nur damit eine Meldung verschwindet. Eine Schutzgrenze hat einen technischen Grund. Wird sie einfach verschoben, ist zwar möglicherweise der Fehlercode weg, die Ursache aber nicht.

Wenn sich die Anzeige nach Abkühlung wieder normalisiert und die Wärmepumpe anschließend selbstständig startet, spricht vieles dafür, zunächst die Situation zu beobachten. Taucht die Meldung dagegen bei völlig normalen Außentemperaturen wiederholt auf, ist das ein guter Zeitpunkt für den Fachbetrieb. Hilfreich sind dann nicht zehn Vermutungen, sondern drei konkrete Angaben: tatsächliche Außentemperatur, angezeigter Wert und Zeitpunkt der Störung.

Genau diese kleinen Beobachtungen machen die Fehlersuche oft überraschend kurz. Eine Wärmepumpe erzählt über ihre Messwerte ziemlich genau, was sie gerade wahrnimmt. Man muss nur unterscheiden lernen, ob draußen tatsächlich etwas Ungewöhnliches passiert – oder ob lediglich der Fühler eine ganz andere Geschichte erzählt.

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