Reparieren oder neu kaufen? Die Rechnung für vier Haushaltsgeräte

Wenn ein Haushaltsgerät ausfällt, bekommt man online meistens dieselbe Faustregel zu hören: Kostet die Reparatur mehr als die Hälfte des Neupreises, lohnt sie sich nicht. Das ist bequem, aber es beantwortet die eigentliche Frage nicht, denn ein neues Gerät verbraucht weniger Strom, und dieser Vorteil taucht in der Faustregel überhaupt nicht auf. Deshalb hier die konkrete Gegenrechnung für vier Geräte. Pro Gerät nehmen wir den häufigsten Defekt, stellen den Teilepreis dem Preis eines vergleichbaren Neugeräts gegenüber und rechnen aus, nach wie vielen Jahren sich der Aufpreis über die Stromersparnis amortisiert.

So ist gerechnet

Grundlage ist ein Strompreis von 0,35 Euro je Kilowattstunde. Das liegt leicht unter dem Durchschnittswert, den der BDEW für 2026 nennt, und über dem, was Neukunden aktuell in günstigen Tarifen zahlen.

Alle Rechnungen gehen von einer Reparatur in Eigenregie aus, also ohne Arbeitslohn. Beauftragen Sie einen Kundendienst, kommen je nach Region und Aufwand rund 120 bis 250 Euro für Anfahrt und Arbeitszeit dazu, was das Ergebnis bei den günstigen Teilen deutlich verschiebt.

Waschmaschine: das Heizelement

Wenn die Wäsche nicht mehr warm wird oder das Programm mit einer Fehlermeldung abbricht, ist häufig das Heizelement verkalkt oder durchgebrannt. Das Teil kostet je nach Marke etwa 20 bis 50 Euro und sitzt bei den meisten Modellen hinter der Rückwand oder unter der Frontblende, gut erreichbar mit einfachem Werkzeug.

Eine neue Maschine vergleichbarer Qualität liegt bei 400 bis 600 Euro. Der Verbrauchsunterschied zwischen einem älteren Gerät und einem sparsamen Neugerät beträgt rund 100 kWh im Jahr, also etwa 35 Euro. Bis sich ein Neukauf von 500 Euro allein über die Stromrechnung trägt, vergehen damit rund vierzehn Jahre. Hier spricht praktisch alles für die Reparatur.

Geschirrspüler: die Ablaufpumpe

Steht nach dem Spülgang Wasser im Gerät, liegt es in den meisten Fällen an der Ablaufpumpe oder an einer Verstopfung davor. Eine neue Ablaufpumpe kostet ungefähr 20 bis 50 Euro und lässt sich nach dem Kippen des Geräts über wenige Schrauben und eine Steckverbindung wechseln.

Ein neuer Geschirrspüler kostet 400 bis 700 Euro. Die Ersparnis eines modernen Modells liegt bei ungefähr 60 kWh im Jahr, also gut 20 Euro. Die Amortisationszeit übersteigt damit zwanzig Jahre und liegt weit jenseits der Lebensdauer des Geräts.

Wäschetrockner: der Fall, in dem der Neukauf tatsächlich rechnet

Beim Trockner sieht die Rechnung anders aus, und zwar deutlich. Ein älterer Kondenstrockner verbraucht pro Durchgang ungefähr das Doppelte eines Wärmepumpentrockners, was bei üblichem Gebrauch auf etwa 250 kWh Unterschied im Jahr hinausläuft. Das sind rund 88 Euro jährlich.

Ein Wärmepumpentrockner kostet 450 bis 700 Euro, sodass sich der Umstieg nach etwa fünf bis acht Jahren rechnet. Bei einem alten Gerät mit teurem Defekt, etwa an der Heizung oder der Steuerung, ist der Neukauf hier die vertretbare Entscheidung. Ist der Defekt dagegen klein, etwa ein Thermostat oder ein gerissener Riemen für 15 bis 40 Euro, bleibt die Reparatur die günstigere Variante.

Kühlschrank: Thermostat und Türdichtung

Kühlt das Gerät nicht mehr richtig oder läuft der Kompressor durchgehend, sind Thermostat oder Temperaturfühler die üblichen Verdächtigen, gefolgt von einer porös gewordenen Türdichtung. Beide Teile liegen meist zwischen 20 und 60 Euro, und gerade die Dichtung wird oft unterschätzt, obwohl sie den Verbrauch spürbar nach oben treibt.

Ein neuer Kühlschrank kostet 400 bis 700 Euro und spart je nach Alter des Altgeräts etwa 47 bis 80 Euro Strom im Jahr, weil der Kühlschrank als einziges dieser Geräte rund um die Uhr läuft. Der Aufpreis ist damit nach etwa sechs bis zehn Jahren wieder drin. Bei einem Gerät, das älter als zwölf Jahre ist und schlecht schließt, ist der Neukauf eine ernsthafte Option, bei allem darunter lohnt die Reparatur.

Was in dieser Rechnung fehlt

Die Herstellung eines neuen Geräts verursacht Emissionen, die sich über eine niedrigere Stromrechnung nicht ausgleichen lassen, solange das alte Gerät noch funktionsfähig gewesen wäre. Wer die Umweltbilanz mitrechnet, verschiebt das Ergebnis in allen vier Fällen weiter in Richtung Reparatur.

Der zweite Faktor ist die Verfügbarkeit. Ob eine Reparatur realistisch ist, hängt am Ende daran, ob das passende Teil für genau Ihre Modellvariante noch zu bekommen ist. Bei Ersatzteilewelt wird deshalb über die Modellnummer gefiltert, und weil das Sortiment nicht an eine Marke gebunden ist, finden sich dort auch Teile für Geräte, die der Hersteller nicht mehr führt.

Kurz zusammengefasst

Bei Waschmaschine, Geschirrspüler und Kühlschrank unter zehn Jahren ist die Reparatur in den allermeisten Fällen die wirtschaftlich bessere Entscheidung, und das gilt selbst dann, wenn Sie einen Kundendienst beauftragen. Beim Trockner lohnt sich der genaue Blick, weil der Sprung zur Wärmepumpentechnik der einzige Effizienzgewinn ist, der sich in überschaubarer Zeit bezahlt macht.

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